Visuelle Variantenpläne

Eine Methode, die autistischen Menschen helfen kann, neue erfolgreiche Verhaltensweisen zu lernen, statt anzuecken.

Leo tobt, schreit, kratzt und schlägt um sich; Lisa isst das Wurstbrot der Lehrerin auf; Kevin zieht sich zurück und weint; Moni beschimpft die Betreuerin; Frau May steht hungrig und tobend vor dem leeren Kühlschrank. Wir alle kennen diese und andere Register, die autistische Menschen ziehen, wenn sie sich nicht anders zu helfen wissen. Oft erfahren wir dabei nicht einmal, was los ist. Den Betroffenen selbst ist es offensichtlich verwehrt, ein angemessenes Verhalten zu erlernen, um Wünsche zu äußern oder misslichen Situationen beizukommen. Die Folgen ihres Benehmens können sie nicht absehen. Und schon gar nicht, dass sie oft genug am Ziel vorbeischießen.

Visuelle Variantenpläne veranschaulichen die Zusammenhänge. In Bildern und/oder schriftlich zeigt eine Bezugsperson eine bestimmte Situation auf und stellt zwei Verhaltensvarianten und deren Ergebnisse einander gegenüber: das bisherige Gebaren und eine ganz neue Strategie, mit der sich das jeweilige Ziel viel besser erreichen lässt. Mit Hilfe solcher visuellen Pläne können Menschen mit Schwierigkeiten im sozialen Lernen und Bewältigen alltäglicher Abläufe die Umstände aus der Distanz heraus immer wieder und im eigenen Tempo betrachten und die verschiedenen Wege der Problemlösung abwägen. Verstehen sie erst das Gefüge, entscheiden sie sich fast immer für die annehmbare und vor allem wirkungsvolle Verhaltensvariante und erweitern so die Bandbreite ihrer Handlungsmöglichkeiten.

Visuelle Variantenpläne sind also nicht nur ein Hilfsmittel, um problematisches Verhalten abzubauen, sondern vor allem ein Leitfaden und Anhaltspunkt für das, was man stattdessen tun kann.

Wir wollen im Workshop herausarbeiten, nach welchen Prinzipien Visuelle Variantenpläne aufgebaut und im Alltag eingesetzt werden.

Referentin: Maria Lell (Logopädin, Klinische Lerntherapeutin)

Zielgruppe: Menschen mit Autismus, Eltern, Angehörige, Fachleute und Interessierte

Termin: 09.05.2019

Ort: autismus Oberbayern e. V., Poccistraße 5, 1. Stock, 80336 München

Zeitrahmen: 18:00 – 21:00 Uhr

Teilnehmerzahl: mindestens 6 Teilnehmer, begrenzte Teilnehmerzahl

Kostenbeitrag: 20 €
(FeD-Mitarbeiter und ehrenamtliche Mitarbeiter von autkom und autismus Oberbayern e. V. sowie von BiB e.V., OBA – Lebenshilfe München e.V., OBA – evangelisch in der Region München, GLL e.V. und Offene Hilfen der Caritas München kostenfrei)

Anmeldung unter: schriftlich per Anmeldeformular,
siehe https://autismus-oberbayern.de

Kooperationspartner: autismus Oberbayern e. V.

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